Austern-Seitling – Pleurotus ostreatus

Der Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus) ist ein sehr beliebter Speisepilz, der sehr gerne in den Wintermonaten fruktiziert. Er trägt seinen Namen daher, dass er oft in austernbankähnlichen Büscheln am Substrat wächst. Er ist einer der am meisten kultivierten Pilze und wird im Handel auch als Austernpilz, Kalbfleischpilz oder mit anderen Namen angeboten.

Vorkommen

Der Schwächeparasit und Saprobiont wächst meist an lebenden und abgestorbenen Laubholzstämmen. Er bevorzugt die Rotbuche, ist aber auch an anderen Laubbäumen wie Pappel oder Weide und sehr selten an Nadelholz zu finden. Für die Fruktizierung benötigen die mitteleuropäischen Austernseitlingsstämme niedrige Temperaturen von unter 11 Grad Celsius. Meist finden wir sie nach den ersten Nachtfrösten. Da die Fruchtkörper auch Frostperioden überdauern ist er ein typischer Winterpilz.

Makroskopische Merkmale

Der Austern-Seitling bildet 5 bis 20 cm breite jung zungen- und später muschelförmige bis halbrunde Fruchtkörper. Die kahle und glänzende Huthaut zeigt ein Farbspektrum von graubräunlich, stahlgrau bis taubenblau und ist im Alter etwas verblassend. Die weißlichen Lamellen sind weit am bis zu 4 cm langen seitlich sitzendem Stiel herablaufend. Die Stielbasis ist zottig weißfilzig und auch das Sporenpulver ist weiß.

Speisewert

Der Austern-Seitling ist ein sehr beliebter und häufig kultivierter Speisepilz.Im Alter wird er am Übergang zum Stiel etwas zäh.

Auch wird er als Heilpilz geschätzt. So ist unter anderem seine Hemmwirkung gegenüber von Tumoren und seine beachtliche Wirkung bei der Behandlung eines erhöhten Cholesterinspiegels belegt. Auch zur Behandlung von Beschwerden der Muskeln und Sehnen und zur Vorbeugung von Osteoporose wird er eingesetzt.

Verwechslungsgefahr

Austernseitlinge, die ohne Frosteinfluss wachsen, weisen eine helle weißliche Huthaut auf und sind dem ebenfalls sehr wohlschmeckenden Lungen-Seitling (Pleurotus pulmonarius) sehr ähnlich. Der vorwiegend in den Sommermonaten wachsende Lungen-Seitling ist dünnfleischiger, perlweiß bis graubraun und stets ohne Blautöne. Er neigt zum gilben und seine Stielbasis ist feinfilzig.

Der Rillstielige Seitling (Pleurotus cornucopiae) hat fast netzartige Querverbindungen in den weit herablaufenden Lamellen, wodurch der längere und zentralstehendere Stiel auffallend längsrillig erscheint.

Der unter Verdacht stehende krebserregende Inhaltsstoffe zu habende Gelbstielige Muschelseitling (Panellus serotinus)  hat einen kurzen konischen Stiel, der mit einer deutlichen Linie von den Lamellen getrennt und auf ocker- bis safrangelbem Grund dunkel schuppig punktiert ist.

Der potenziell stark giftige Ohrförmige Seitling (Pleurocybella porrigens) wächst lediglich auf Nadelholz und entwickelt durchscheinend glasig weiße Fruchtkörper ohne Stiel, deren gedrängt stehende Lamellen an der Anwuchsstelle zusammenlaufen.