Gesäter Tintling – Coprinellus disseminatus

Artenportrait

Gesäter Tintling (Coprinellus disseminatus)

Klasse: Agaricomycetes → Ordnung: Agaricales → Familie: Agaricaceae

Synonyme: Coprinus disseminatus, Psathyrella disseminata, Pseudocoprinus disseminatus, …

Der Gesäte Tintling (Coprinellus disseminatus) gehört zu den häufigsten Tintlingen überhaupt und erscheint oft in beeindruckenden Massenbeständen mit hunderten Fruchtkörpern. Das Artepitheton disseminatus bedeutet „ausgestreut“ und beschreibt das typische, dicht rasige Wachstum auf morschem Holz und verborgenen Wurzelresten.

Vorkommen

Der Saprobiont ist weit verbreitet. Meist wächst er in dichten Rasen an Baumstümpfen, vergrabenen Wurzeln oder anderem morschen Holz von Laubbäumen. Häufig erscheinen die Fruchtkörper scheinbar direkt auf dem Erdboden, stehen jedoch fast immer mit unterirdischem Holz in Verbindung. Seltener besiedelt die Art auch Brandstellen.

Die Fruchtkörper können nahezu ganzjährig erscheinen und fruktifizieren oft mehrfach im Jahr. Besonders nach längeren Regenperioden können innerhalb kurzer Zeit große Kolonien entstehen.

Makroskopische Merkmale

Die Fruchtkörper sind klein und zierlich. Junge Hüte sind eiförmig bis kegelig und hell ocker gefärbt. Mit zunehmendem Alter öffnen sie sich glockig bis nahezu flach und verfärben sich über ockergrau zu mittelgrau. Die Hutoberfläche ist bis fast zum Scheitel tief radial gerieft und erreicht Durchmesser von meist 0,5 bis 1,2 cm, selten bis etwa 1,5 cm. Junge Fruchtkörper tragen feine, flüchtige, weißliche bis bräunliche Velumflöckchen. Die Lamellen stehen mäßig entfernt, sind zunächst hell graubraun und verfärben sich später graubraun bis violettbraun. Anders als bei vielen Tintlingen zerfließen sie nicht, sondern trocknen zusammen mit dem Fruchtkörper ein.

Der schlanke Stiel wird bis 4 cm, selten bis 6 cm lang und ist zunächst blass ockerlich, später weißlich. Sowohl Hut als auch Stiel besitzen eine feine, kaum mit bloßem Auge erkennbare Bereifung. Das Fleisch ist sehr dünn sowie geruchs- und geschmacklos.

Speisewert/Toxikologie

In der Literatur wird der gesäte Tintling manchmal mit Einschränkungen als Speisepilz geführt. Allerdings ist er bereits aufgrund seiner Größe für die Küche eher ungeeignet. Auch ist unbedingt zu beachten, dass er in Verbindung mit Alkohol das Coprinus-Syndrom auslöst.

Artabgrenzung

Verwechslungen sind vor allem mit anderen kleinen Tintlingen sowie Faserlingen möglich.

Der Zwerg-Faserling (Psathyrella pygmaea) wächst häufig sogar gemeinsam mit dem Gesäten Tintling, hat jedoch dichter stehende Lamellen, die schmal am Stiel angewachsen sind und einen leicht bitterlichen Geschmack.

Zu weiteren Artenportraits (klicken)

Coprinopsis atramentaria - Grauer Faltentintling
Coprinus picaceus - Specht-Tintling
Coprinus comatus - Schopf-Tintling