Artenportrait
Weiße Lohblüte (Fuligo septica var. candida)
Klasse: Myxomycetes → Ordnung: Physarales → Familie: Physaraceae
Synonym: Fuligo candida




Die Weiße Lohblüte (Fuligo septica var. candida) ist die auffällig helle Form der Gelben Lohblüte. Statt der typischen Gelbtöne dominieren cremeweiße bis rein weiße Farben, wodurch die Fruchtkörper auf den ersten Blick manchmal nicht als Vertreter von Fuligo septica erkannt werden.
Vorkommen
Die Varietät candida kommt in denselben Lebensräumen wie die typische Form vor und besiedelt Rinde, morsches Holz, Holzmulch und andere pflanzliche Substrate. Nach den Angaben der klassischen Literatur ist sie in Mitteleuropa keineswegs selten und kann lokal regelmäßig gefunden werden.
Makroskopische Merkmale
Die Aethalien entsprechen in Form und Größe weitgehend der Typusform. Sie wachsen meist einzeln und erscheinen kissenförmig bis leicht abgeflacht.
Kennzeichnend ist die weiße bis cremefarbene Färbung. Es fehlen die kräftigen Gelbtöne, die für die typische Gelbe Lohblüte charakteristisch sind. Sowohl die Kalkablagerungen im Capillitium als auch im Pseudocapillitium sind weiß.
Mit zunehmender Reife verdunkelt sich das Innere durch die Sporenbildung, während die Außenbereiche lange hell bleiben können. Die Oberfläche wirkt schaumig, krümelig und brüchig wie bei der Typusform.
Speisewert/Toxikologie
Wie die Typusform gilt auch die Weiße Lohblüte in Deutschland als ungenießbar. Angaben zu Vergiftungen liegen nicht vor.
Artabgrenzung
Die Varietät candida unterscheidet sich von den typischen Gelben Lohblüten (Fuligo septica var. flava und Fuligo septica var. septica) vor allem durch ihre weißliche bis cremefarbene Erscheinung. Während die Typusform gelbe bis ockergelbe Fruchtkörper entwickelt, fehlen bei var. candida die kräftigen Gelbtöne.
Die seltene Varietät rufa besitzt dagegen rötliche bis rotbraune Fruchtkörper und rötlich gefärbte Kalkstrukturen.
Da die Übergänge zwischen den Varietäten fließend sein können und ihre taxonomische Bewertung bis heute nicht einheitlich erfolgt, werden viele Funde lediglich als Fuligo septica im weiteren Sinne angesprochen.
