Halsbandschwindling – Marasmius rotula

Halsband-Schwindling (Marasmius rotula)

Klasse: Agaricomycetes → Ordnung: Agaricales → Familie: Marasmiaceae

Synonyme: Androsaceus rotula, Chamaeceras rotula, …

Die hübschen Hüte des Halsband-Schwindlings (Marasmius rotula) erinnern durch ihre starken radialen Furchen an kleine Fallschirme. Besonders charakteristisch ist das namensgebende Halsband (Collarium). Die Lamellen reichen nicht direkt bis zum Stiel, sondern sind vor dessen Erreichen an einem ringförmigen Kragen miteinander verbunden. Dadurch erinnert die Hutunterseite an die Nabe und Speichen eines Wagenrades, woraus sich auch das Artepitheton ableitet (rotula = Rädchen).

Vorkommen

Der Halsband-Schwindling lebt saprobiontisch auf abgestorbenem Pflanzenmaterial. Besonders häufig wächst er gesellig bis büschelig auf morschen Ästen, Zweigen, Holzstücken, Stubben und Rindenresten von Laubbäumen, vor allem von Rotbuchen. Seltener werden auch Sträucher, Rankpflanzen oder Bucheckern besiedelt. Nur ausnahmsweise erscheint die Art auf Nadelholz, beispielsweise an Kiefernzweigen oder -nadeln.

Die Fruktifikation erfolgt meist zwischen Juni und Oktober, vereinzelt auch noch im November. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und gehört zu den häufigsten Schwindlingen.

Makroskopische Merkmale

Die Hüte erreichen Durchmesser von etwa 0,4 bis 1,5 cm, selten bis knapp 2 cm. Die dünnfleischigen Hüte sind nahezu bis zur Mitte tief radial gefurcht und erinnern dadurch an kleine Fallschirme. Die Hutfarbe ist weißlich. Lediglich die Hutmitte ist oft grau- bis ockerbräunlich getönt und meist mit einem kleinen Nabel versehen. Erst sehr alte Fruchtkörper können insgesamt blass creme-, gelb- oder ockerfarben erscheinen. Die in der Regel mehr als 16 Lamellen sind weißlich bis cremefarben, relativ entfernt stehend und an einem deutlich ausgeprägten Collar breit angewachsen. 

Der Stiel wird 2 bis 6 cm lang und bleibt dabei auffallend dünn. Er ist zäh, elastisch und glänzend. Die Farbe wechselt von weißlich an der Spitze über ockerliche Töne bis zu dunkel- bis schwarzbraunen Farben an der Basis. Dort finden sich häufig schwarze Rhizomorphen. Geruch und Geschmack sind unauffällig.

Mikroskopische Merkmale

Speisewert/Toxikologie

Der Halsband-Schwindling ist aufgrund seiner geringen Größe ohne Speisewert. Giftstoffe sind nicht bekannt.

Artabgrenzung

Verwechslungen sind vor allem mit anderen kleinen Schwindlingen möglich:

Das Laubstreu-Käsepilzchen (Marasmius bulliardii) wächst bevorzugt auf abgefallenen Blättern, insbesondere Buchenlaub. Seine Hüte sind meist etwas kleiner und dunkler gefärbt als bei Marasmius rotula und haben in der Regel weniger als 15 Lamellen. 

Das Nadelstreu-Käsepilzchen (Marasmius wettsteinii) besiedelt vor allem Nadeln von Fichten und anderen Nadelbäumen. Seine Hüte sind meist etwas kleiner und dunkler gefärbt als bei Marasmius rotula und haben in der Regel weniger als 16 Lamellen.

Zu weiteren Artenportraits (klicken)

Collybiopsis ramealis - Ästchen-Zwergschwindlin
Crinipellis scabella - Zitzen-Haarschwindling

Kommentar verfassen