Graubrauner Mürbling – Psathyrella spadiceogrisea

Klasse: Agaricomycetes → Ordnung: Agaricales → Familie: Psathyrellaceae

Synonyme: Psathyra spadiceogrisea, Psathyrella phaseolispora, Psathyrella amarella, …

Der Graubraune Mürbling (Psathyrella spadiceogrisea) wird aufgrund seines frühen Erscheinens im Pilzjahr häufig auch als Früher Mürbling bezeichnet. Das Artepitheton spadiceogrisea verweist auf die typische Hutfärbung der Art und beschreibt  das charakteristische Farbspiel der hygrophanen Hüte zwischen warmen „dattelbraun“ und graubeigen Tönen.

Vorkommen

Als Saprobiont besiedelt der Graubraune Mürbling nährstoffreiche Standorte. Man findet ihn bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, besonders in Auwäldern sowie in Parkanlagen. Dort wächst er meist gesellig bis büschelig an oder in der Nähe von moderndem Holz oder auf humusreichen Böden. Die Fruktifikation beginnt häufig bereits im April und kann sich bis in den Sommer hinein erstrecken.

Makroskopische Merkmale

Die Hüte erreichen Durchmesser von etwa 2 bis 6 cm. Sie sind bald flach gewölbt und oft mit einem stumpfen Buckel versehen. Die hygrophane Huthaut zeigt im feuchten Zustand honig- bis dattelbraune oder haselbraune Farbtöne und verblasst beim Trocknen graubeige. Der Hutrand ist bei Feuchtigkeit charakteristisch durchscheinend gerieft. Bei jungen Fruchtkörpern finden sich dort schnell vergängliche Velumreste. Die Lamellen stehen gedrängt, sind anfangs blass gefärbt und dunkeln mit zunehmender Sporenreife zu dunkelbraunen, teils leicht violettlichen Tönen nach. Sie sind breit am Stiel angewachsen. Der Stiel ist weißlich bis cremefarben und gattungstypisch, dünnfleischig,  mürbe-brüchig und hohl. Geruch und Geschmack sind unauffällig, mild bis leicht pilzig.

Mikroskopische Merkmale

Speisewert / Toxikologie

Der Graubraune Mürbling gilt als essbar, besitzt jedoch keinen besonderen Speisewert. Aufgrund seiner geringen Größe, Brüchigkeit und des wenig ausgeprägten Aromas ist er kulinarisch kaum von Bedeutung.

Artabgrenzung

Die Abgrenzung innerhalb der Gattung Psathyrella ist oft schwierig, da viele Arten makroskopisch sehr ähnlich erscheinen. Besonders zu beachten sind:

Der Behangene Faserling (Candolleomyces candolleanus), der oft auffälligere Velumreste am Hutrand zeigt.

Der Wässrige Mürbling (Psathyrella piluliformis), der meist dichter büschelig wächst und dunkler gefärbt ist

Das frühe Erscheinen im Jahr kann zwar ein Hinweis auf Psathyrella spadiceogrisea sein, ist jedoch kein sicheres Bestimmungsmerkmal.

Zu weiteren Artenportraits (klicken)

Behangener Faserling - Candolleomyces candolleanus

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