Pilzseminare 2026 sind online

Pilzlehrwanderungen im Winter

Rezeptideen für den Winter

Pilz der Woche

Fadenfruchtschleimpilz - Badhamia utricularis

Reich: Protozoa → Klasse: Myxomycetes → Ordnung: Physarales → Familie: Physaraceae

Synonyme: Physarum utriculare, Trichia utricularis, Physarum caerulescens, Sphaerocarpus utricularis

Der Fadenfruchtschleimpilz (Badhamia utricularis) zählt zu den häufigeren und weit verbreiteten Schleimpilzarten. Besonders in den Wintermonaten ist er regelmäßig anzutreffen und gehört dann zu den auffälligeren Myxomyceten unserer Wälder.

Vorkommen

Badhamia utricularis besiedelt bevorzugt die Borke und das Totholz von Laub- und Nadelbäumen. Darüber hinaus wächst er häufig auf anderen Pilzen, insbesondere auf Arten wie Panellus serotinus, Pleurotus ostreatusTrametes gibbosa und Stereum spp..

Die Fruktifikation erfolgt überwiegend zwischen September und April, wobei längere Frostperioden gemieden werden. Gelegentlich kann die Art jedoch auch während der Sommermonate beobachtet werden.

Makroskopische Merkmale

Das zunächst leuchtend gelbe bis orangegelbe Plasmodium kann das Substrat großflächig überziehen. Mit Beginn der Fruktifikation entwickeln sich daraus zahlreiche Sporokarpien, die dicht gedrängt in Gruppen stehen und ihrerseits traubenförmige Aggregate bilden. Diese hängen meist an feinen, fädigen bis bandartigen Stielchen, seltener sind die Sporokarpien ungestielt.

Die Sporokarpien sind kugelig, oval bis birnenförmig. Ihre Färbung verändert sich im Verlauf der Reife von gelblich zu bräunlich, anschließend blaugrau bis blau; bei geringer Kalkversorgung können sie auch tiefblau erscheinen.

Die Stielchen sind strohgelb, honiggelb bis gelbbräunlich, fädig bis bandartig ausgebildet und oft mit Querverbindungen versehen. Häufig verzweigen sie sich faserig an der Spitze und können mehrere Sporokarpien tragen.

Die Peridie ist zarthäutig, glatt und glänzend bis blau irisierend oder bei höherem Kalkgehalt runzelig und rau. Im oberen Bereich reißt sie unregelmäßig auf. Nach dem Entfall der Sporen bleibt die Peridie meist nahezu vollständig erhalten und erscheint dann durchscheinend weiß.

Mikroskopische Merkmale

Das Sporenpulver ist schwarz. Im Durchlicht erscheinen die einzelnen Sporen hell- bis dunkelbraun. Sie sind unregelmäßig rundlich mit einem Durchmesser von 9-15 µm. Die isoliert stehenden Warzen erreichen eine Höhe von bis zu 1 µm.

Speisewert / Toxikologie

Für den Menschen sind die Myxomyceten ohne unmittelbaren Nutzen.

Artabgrenzung

Es gibt über 900 bekannte Arten von Myxomyceten und wahrscheinlich sind viele weitere Arten noch nicht beschrieben. Der Fadenfruchtschleimpilz kann jedoch aufgrund dessen markanter Erscheinung bereits am Fundort recht sicher angesprochen werden.

Zu weiteren Artenportraits (klicken)

Dictydiaethalium plumbeum - Rotschichtschleimpilz
Lycogala epidentrum - Blutmilchpilz
Lindbladia tubulina
Reticularia lycoperdon - Stäublingsschleimpilz
Fuligo septica - Gelbe Lohblüte
Stemonitis axifera - Gemeines Fadenkeulchen
Ceratiomyxa fruticulosa - Geweihförmiger Schleimpilz
Tubifera ferruginosa - Fischeierschleimpilz