Liebe Pilzfreunde,

an dieser Stelle präsentieren wir Ihnen/ Euch unseren Pilz der Woche. Hierbei handelt es sich stets um aktuelle Funde, die in der Regel aus dem Rhein-Main-Gebiet stammen.

Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Fungiversum gefällt und freuen uns auf Ihr Feedback in unserem Gästebuch und auf Google.

Herzliche Grüße

Ihr Fungiversum-Team

Pilz der Woche

Schwefel-Porling - Laetiporus sulphureus

Der Schwefel-Porling (Laetiporus sulphureus) wird auch als „Chicken of the woods“ bezeichnet. Junge Fruchtkörper sind sehr gute Speisepilze und schmecken nach Hühnchen. Sie sind vor allem bei Vegetariern als Hühnchenersatz sehr beliebt.

Vorkommen

Als Parasit besiedelt der Schwefel-Porling vor allem Laubbäume und ist gerne an Eichen Weiden, Kirschen, Nussbäumen, Eiben oder Robinien in Wäldern, Gärten, Parkanlagen und auf Obstwiesen zu finden. Die Fruchtkörper werden in der Zeit von Mai bis September ausgebildet.

Makroskopische Merkmale

Der Schwefel-Porling fruktiziert in häufig sehr großen vielhütigen Fruchtkörpern. Diese sind meist flach fächerartig ausgebreitet und waagerecht vom Substrat abstehend. Junge Fruchtkörper sind auffallend schwefelgelb bis orange gefärbt und verblassen im Alter. Die Hutoberfläche ist samtig behaart, oft gezont und der Hutrand ist meist heruntergebogen.

Die kurzen Röhren sind schwefelgelb und die gleichfarbenen Poren sind sehr fein. Junge Fruchtkörper sondern gelbliche Guttationstropfen ab.

Das Fruchtfleisch ist blassgelb bis weißlich und jung saftig, weich und von käseartiger Konsistenz. Recht schnell wird es zäh, trocken und brüchig. Der Geruch ist stark aromatisch und der Geschmack herbsäuerlich.

Speisewert

Junge, zarte, saftige Fruchtkörper sind vorzüglich für die Küche geeignet und vor allem bei Veganern und Vegetariern wegen des Geschmacks nach Hühnerfleisch sehr beliebt. Die Hüte können in 5 mm breite Scheiben geschnitten, abgebrüht und dann paniert oder auch zu Bratlingen verarbeitet werden.

Roh ist der Schwefelporling ungenießbar und kann heftige Magen-Darm-Reaktionen auslösen. Wächst der Pilz an einem giftigen Baum, wie zum Beispiel an einer Eibe oder Taxin, können Giftstoffe von diesem in den Pilz übertragen werden. Wächst der Schwefelporling an einer Eiche, können Gerbsäuren übertragen werden, wodurch diese manchmal etwas herb schmecken.

Verwechslungsgefahr

Sicher abzugrenzen ist der giftige Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans), dessen Hutoberfläche und Röhren zimtbraun bis orangebräunlich gefärbt sind.

Der Verzehr von Pilzen birgt immer das Risiko einer Pilzvergiftung. Je nach Vergiftungssyndrom kann diese schwere und irreversible Organschäden verursachen und zum Tod führen!

Sammeln Sie für die Verwendung in der Küche ausschließlich Pilze, die Sie vollkommen sicher als Speisepilze identifizieren können. Bei dem geringsten Zweifel lassen Sie den Pilz im Wald stehen oder legen Sie den/ die fraglichen Fruchtkörper einem geprüften Pilzsachverständigen vor. Vertrauen Sie keinem selbsternannten Experten. Die Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie wurden geprüft, bilden sich regelmäßig fort und können sich ausweisen.

Alle auf www.Fungiversum.de vorgestellten Pilze und die Angaben zum Speisewert enthalten keine Verzehrfreigabe. Diese kann ausschließlich nach persönlicher Begutachtung erfolgen.