Schiefporiger Träuschling – Protostropharia dorsipora

Der Schiefporige Träuschling (Protostropharia dorsipora) trägt seinen Namen aufgrund einer mikroskopischen Besonderheit. Der Keimporus der Sporen ist nämlich dorsal verschoben. Dorsal bedeutet am Rücken gelegen. Der Keimporus wirkt wie schief angesetzt.

Vorkommen

Die untersuchten Exemplare haben wir im Österreichischen Kleinwalsertal gefunden. Der Schiefporige Träuschling besiedelt Pferdeäpfel. Es wird angenommen, dass er nematophag ist, sich also von Fadenwürmern (Nematoden) ernährt, die sich im Pferdemist entwickeln. Die Hutmitte ist oft stumpf gebuckelt und der Hutrand ist manchmal etwas behangen.

Makroskopische Merkmale

Die dünnfleischigen Fruchtkörper erreichen einen Durchmesser von 2 bis 8 cm. Farblich sind sie recht variabel. Die glatten Hüte sind graugelb, ockergelb oder lehmbraun gefärbt. Die ausgebuchtet angewachsenen Lamellen sind gräulich gefärbt und zeigen aufgrund des typischen dunkelviolettbraunen Sporenpulvers einen lila Reflex. Die Lamellenschneide ist meist heller. Die Stiele sind hellgelb bis ockergelb, innen hohl und tragen einen sehr vergänglichen Ring, der durch das Sporenpulver dunkel violettbraun gefärbt und oft nur zu erahnen ist.

Das weißliche Fruchtfleisch hat einen gelblichen Außenrand und einen milden Geschmack. Der Geruch erinnert an Mehl, was durch das Zerreiben der Lamellen verstärkt werden kann.

Speisewert / Toxikologie

Der Schiefporige Träuschling ist für den Menschen ohne unmittelbaren Nutzen. Der Verzehr in größeren Mengen kann Magen-Darm-Störungen verursachen.

Verwechslungsmöglichkeiten

Verwechselt werden kann der Schiefporige Träuschling vor allem mit anderen Träuschlingen. Insbesondere der Halbkugelige Träuschling (Protostropharia semiglobata), der einen etwas dickeren Stiel hat, ist makroskopisch nicht sicher zu unterscheiden.

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