Winter-Stielporling – Lentinus brumalis

Findet man im Winter einen Porling mit einem zentralständigen Stiel, dann ist man sehr schnell beim Winter-Stielporling (Lentinus brumalis), der kürzer auch einfach als Winter-Porling bezeichnet wird. Auch wenn der Pilz in der Literatur meist noch der Gattung der Stielporlinge (Polyporus) zugeordnet wird, wurde er jedoch in die Gattung der Sägeblättlinge (Lentinus) überführt. Ob dies dienlich ist, mag bitte jeder für sich selbst beurteilen.

Vorkommen

Der Winter-Stielporling ist ein Saprobiont und besiedelt vor allem zu Boden gefallene Äste und Stämme von Laubbäumen. Nur sehr selten ist er auch auf Nadelhölzern zu finden. Er bildet seine Fruchtkörper hauptsächlich in den Wintermonaten und ist von Oktober bis April zu finden. Häufig setzen Wachstumsschübe in der Zeit von Oktober bis November und von Februar bis April ein.

Makroskopische Merkmale

Die Hüte des Winter-Stielporlings erreichen einen Durchmesser von 1,5 bis 8 cm. Sie sind in der Mitte meist eingesunken vertieft und im Alter verbiegt sich der Rand oft wellig. Die Huthaut ist feinsamtig und deren Farbe variiert von gelbbraun bis dunkelbraun.

Die Röhren sind weißlich bis cremefarben und die rundlichen bis eckigen Poren sind mittelweit (1-2 Poren je mm). Die Röhren laufen häufig aber nicht immer am zentralständigen Stiel herab. Der feinfilzige ockerfarbene Stiel zeigt häufig eine angedeutete Schuppung, kann aber auch völlig kahl erscheinen. Die Stielbasis ist manchmal rotbraun gefärbt.

Das weiße Fruchtfleisch hat eine zähe elastische Konsistenz. Der Pilz hat einen unbedeutenden Geschmack und Geruch. Das Sporenpulver ist weiß.

Bedeutung

Die Fruchtkörper des Winter-Stielporlings sind für den Menschen ohne unmittelbare Bedeutung. Als Saprobiont erzeugt er im Substrat eine Weißfäule.

Verwechslungsgefahr

Verwechselt werden kann der Winter-Stielporling mit dem Mai-Stielporling (Lentinus substrictus, syn. Polyporus ciliatus), der seine Fruchtkörper ab April bildet. Durch die sehr feinen Poren (4-6 Poren je mm) ist er jedoch sicher gegenüber dem Winter-Stielporling mit seinen mittelweiten Poren (1-2 Poren je mm) abzugrenzen.