Klasse: Myxomycetes → Ordnung: Physarales → Familie: Physaraceae







Die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica s.l.) gehört zu den bekanntesten Schleimpilzen Europas. Ihr leuchtend gelbes Plasmodium kann innerhalb weniger Stunden große Flächen überziehen und entwickelt sich anschließend zu den charakteristischen kissenförmigen Fruchtkörpern. Aufgrund ihrer auffälligen Erscheinung wird die Art im Volksmund auch als „Hexenbutter“ oder als „Hexendreck“ bezeichnet.
Vorkommen
Fuligo septica ist nahezu weltweit verbreitet und zählt zu den häufigsten Schleimpilzarten überhaupt. Besiedelt werden vor allem Rinde, Totholz, Holzmulch, Sägespäne und andere pflanzliche Substrate. Besonders nach feuchten Witterungsphasen erscheinen die Fruchtkörper regelmäßig in Wäldern, Parks, Gärten und auf Rindenmulchflächen.
Das gelbe Plasmodium wandert aktiv über den Untergrund und sucht häufig exponierte, lichtreiche Stellen zur Fruktifikation auf. Die Art kann selbst auf stark erwärmten Standorten auftreten und gehört zu den anpassungsfähigsten Myxomyceten Mitteleuropas.
Makroskopische Merkmale
Die Fruchtkörper bilden meist einzelne, kissenförmige bis halbkugelige Aethalien, die Durchmesser von bis 15 cm erreichen können. Frisch sind sie intensiv gelb bis ockergelb gefärbt und die Cortex ist schaumartig bis wabig-strähnig.
Vor der Fruchtkörperbildung erscheint ein auffälliges, zitronengelbes Plasmodium, das sich netzartig über das Substrat ausbreitet. Während der Reifung verdunkelt sich das Innere zunehmend. Reife Fruchtkörper zeigen schließlich eine dunkelbraune bis schwarze Sporenmasse, während Reste der gelblichen Außenhülle erhalten bleiben können. Die Oberfläche ist dann oft unregelmäßig runzelig, rissig oder bröckelig. Ältere Exemplare zerfallen leicht und setzen große Mengen dunkel gefärbter Sporen frei.
Speisewert / Toxikologie
Myxomyceten gelten in Deutschland grundsätzlich als ungenießbar. Die Gelbe Lohblüte wird in Mexiko gegrillt oder gebraten als Delikatesse verzehrt. Dort wird sie übrigens als „caca de luna“ bezeichnet, was übersetzt Mondkacke bedeutet.
Artabgrenzung
Fuligo septica ist durch ihre großen, kissenförmigen Aethalien und das meist leuchtend gelbe Plasmodium gut kenntlich. Schwieriger wird die Ansprache bei den unterschiedenen Varietäten, die sich vor allem durch ihre Färbung unterscheiden.
Die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica) in ihrer gelben Form wird in zwei Varietäten aufgeliedert. Die Varität septica zeigt weiße Kalkplättchen / Kalkknoten und die Varietät flava gelbe Kalkplättchen / Kalkknoten im Capillitium. Die seltenere Varietät candida bildet dagegen weißliche bis cremefarbene Fruchtkörper mit weißen Kalkstrukturen aus. Bei der noch selteneren Varietät rufa sind die Fruchtkörper blass rötlich bis dunkel rotbraun gefärbt und das Capillitium zeigt rötliche Kalkablagerungen.
Da die Übergänge zwischen den Varietäten fließend sein können und ihre taxonomische Bewertung bis heute nicht einheitlich erfolgt, werden viele Funde lediglich als Fuligo septica im weiteren Sinne angesprochen.
